Dada Lin

Wissenstagung Dresden 2011 – Struktur vs. Flexibilität

Dada Lin / 5. Mai 2011 01:05

Stefan hat gestern bereits dazu gepostet, nun will ich mich mit einem weiteren Paper-Abstract einreihen :-)

Struktur vs. Flexibilität – Die richtige organisationale Balance auf Basis der Mintzberg-Konfigurationen

- Dada Lin, Berit Jungmann, Stefan Ehrlich

Seit den Anfängen des industriellen Zeitalters in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist die Entwicklung von Technologie und Produktivität epochal vorangeschritten. In gleichem Maß haben diese gesellschaftlichen Veränderungen zur Herausbildung von unterschiedlichen Managementkonzepten geführt (z.B. BPM, Wissensmanagement, Enterprise 2.0 etc.). Während einige Managementkonzepte (Scientific Management/BPM/BPR) stark auf die Stabilisierung von Strukturen und Prozessen ausgerichtet sind, haben neuere Managementkonzepte eine diametral entgegenstehende Philosophie. Häufig werden Handlungsempfehlungen wie Einführung von flachen Hierarchien, Schaffung von Freiräumen und eine Verschiebung im Managementrollenverständnis genannt (z.B. Enterprise 2.0-Diskussion), welche auf eine Optimierung der Wissensarbeit durch eine erhöhte Flexibilität abzielen.

Jedoch ist aus Sicht der Autoren festzustellen, dass in der bisherigen Diskussion keine brauchbaren Ansätze zur Harmonisierung der beiden vorgestellten Paradigmen in den Managementkonzeptionen existieren. So werden in den Diskussionsbeiträgen häufig bestehende Ansätze und Konzepte einseitig und wenig dialektisch kritisiert und somit ein durch Managementtrends induzierter „Pendelausschlag“ ins gegenüberliegende Extrem der Managementphilosophie provoziert. In diesem Paper wird gezeigt, dass eine sinnvolle Balance beider Managementansätze für die erfolgreiche Gestaltung einer realen Organisation notwendig ist. Die optimal-balancierte „Einstellung“ der Organisation ist dabei stark von der zu erledigenden Aufgabe, den Umweltbedingungen, der Unternehmenskultur und den Mitarbeitern der Organisation abhängig.

Aufbauend auf dieser Analyse wird auf Basis des Mintzberg-Konfigurationen-Konzepts ein Ansatz entwickelt, welches Unternehmen bei der organisationsspezifischen Balancierung von Struktur und Flexibilität unterstützen kann. Die Mintzberg-Organisationskonfigurationen (Einfachstruktur, Maschinenbürokratie, Professionelle Bürokratie, Spartenstruktur, Adhokratie, Mission) stellen dabei die Grundlage eines Analyserahmens dar, mit dessen Hilfe ein fundiertes Verständnis der organisationalen Bedürfnisse vermittelt wird und eine Ableitung von geeigneten Managementmaßnahmen ermöglicht wird.

Veranschaulicht wird die Handhabung des Konzepts anhand des Praxisbeispiels T-Systems Multimedia Solutions. Das Unternehmen hat derzeit ca. 1000 Mitarbeiter und ist in der Internet- und Multimediabranche tätig. Es werden exemplarisch Organisationseinheiten vorgestellt, welche den Mintzberg-Konfigurationen zugeordnet werden, um geeignete Managementkonzepte abzuleiten.

Stefan Ehrlich

Wissenstagung Dresden 2011

Stefan Ehrlich / 4. Mai 2011 08:05

Am 25. und 26. Oktober 2011 findet in Dresden die Wissenstagung unter dem Motto “Wissen erfolgreich weitergeben” statt. Natürlich wollen wir auch hier inhaltlich mitgestalten und haben ein Abstract eingereicht…

Seit nunmehr über 20 Jahren zieht das Thema Wissen in der Organisationstheorie und -praxis eine wachsende Aufmerksamkeit auf sich. Wissensmanagement, als zentrale Tätigkeit zur Förderung eines bestmöglichen Umgangs mit diesem Wissen, blickt auf eine Geschichte voller Euphorie und Ernüchterung zurück. Unter besonderer Beobachtung stehen derzeit Web 2.0/Enterprise 2.0 und Social Software im Unternehmenseinsatz, die als neue Generation des Wissensmanagements in aller Munde sind.

Aufbauend auf den Erläuterungen zu einem kontemporären wissensorientierten Management-Verständnis und einer soziokulturellen Enterprise 2.0-Philosophie zielt der vorgeschlagene Beitrag darauf ab, mit der IDEA-Methode ein Konzept zur Optimierung von wissensintensiven Arbeitsprozessen vorzustellen. Damit beleuchtet der Beitrag den Konvergenzbereich zwischen Wissensmanagement und Enterprise 2.0 und beschreibt, wie Unternehmen eine effektive Analyse und Strukturierung der Wissensarbeit in Unternehmen vornehmen können. Das Akronym IDEA steht dabei für die Wissensmomente Interaktion, Dokumentation, Evolution und Adoption, welche Bestandteil eines systemischen Wissensmanagement-Konzepts sind und ganzheitliche Gestaltungskomponenten in den Bereichen Mensch, Organisation und Technik und darüber hinaus abbilden. Das Konzept IDEA wurde 2010 an der TU Dresden im Rahmen einer Forschungsgemeinschaft mit der T-Systems Multimedia Solutions GmbH entwickelt. Über Experten-Workshops, die in der Reihe WISSENnetworx platziert wurden, konnten die Ergebnisse in diesem Jahr verfeinert und mit den Erfahrungen von Praktikern abgeglichen werden. Im Ergebnis zielt der vorgeschlagene Beitrag darauf ab, die Potentiale des Einsatzes von Social Software zum Wissenstransfer im Unternehmen darzustellen und zeigt auf, wie die Optimierung der Wissensarbeit analytisch und strukturiert angegangen werden kann.

Wir, das sind:

  • Dipl.-Wirt.-Inf. Peter Geißler expeet|consulting
  • Dipl.-Wirt.-Ing. Dada Lin T-Systems MMS GmbH
  • Dipl.-Wirt.-Inf. Paul Kruse TU Dresden
  • Prof. Dr. Eric Schoop TU Dresden
  • Dipl.-Ing. f. Tech. Inform. Stefan Ehrlich T-Systems MMS GmbH

Also Daumendrücken ;o)

Dada Lin

Wissensmanagement ist tot – Es lebe Wissensmanagement!

Dada Lin / 22. Juli 2010 06:07

„Wissensmanagement ist tot!“

Schon wieder eine Todeserklärung für Wissensmanagement? Mein ewiges Lieblingsthema Wissensmanagement wurde in den letzten 10 Jahren derart oft für tot erklärt, dass ich mir in manchen Momenten selbst etwas morbide vorkomme. Aber die harten Zahlen geben den selbsternannten Leichenbestattern (scheinbar) recht: Die Zahl der Google-Anfragen ist in den letzten Jahren rapide gefallen. Der Sturz vom Peak of Inflated Expectations zum Trough of Disillusionment lässt sich fast wie eine Schablone über die Google-Suchanfragenkurve legen.

Google Trends-Wissensmanagement - 16.07.2010

Google Trends-Wissensmanagement - 16.07.2010

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Stefan Ehrlich

Prozessunschärfe

Stefan Ehrlich / 13. Juli 2010 05:07

Haben Sie Wanted – Prozessergonomie gelesen? Ich hab neulich mal wieder in meinem Dueck-Archiv geblättert und bin drauf gestoßen. Er trifft den Wunsch nach flexiblen, effektiven oder auch effizienten und für die eigentlichen Nutzer konstruierten Prozesse ziemlich genau. Und das Mitdenken müssen sie selbstverständlich ermöglichen, die Prozesse. Und Verbesserungen müssen auch schnell und von jedem umsetzbar sein.

Sören Stamer, ehemaliger Geschäftsführer der CoreMedia AG in Hamburg erzählte mir mal bei der Abendveranstaltung des Dresdner Zukunftsforums 2008 von einer Company in den USA. Die hatten alle Prozessbeschreibungen im Wiki. Und die Prozesse sind Pflicht, dürfen nicht umgangen werden. Doch jeder darf die Prozessbeschreibung anpassen. Die Verletzung von suboptimalen Prozessen wird also durch die Regel verhindert: “Erst ändern, dann prozesskonform arbeiten”. Was aus dem Unternehmen geworden ist weiß ich leider nicht, aber spannend fand ich den Ansatz.

Generell denke ich, dass der Gestaltungsspielraum, den Prozesse zulassen ganz schwer definierbar ist. Er wird viel mehr vom Management vorgelebt. Auch hier gilt der Effekt, dass sich die Mitarbeiter nach den gelebten Wertevorstellungen der Chefs richten. Laufen diese ganz eng in ihren Prozessen, werden es die Mitarbeiter auch tun oder manchmal mutig die Prozesse verletzen. Lassen die Chefs Interpretationen zu und prototypische Abkürzungen und verfolgen dann konsequent die Prozessanpassung, dann werden die Prozesse auch ergonomischer…

Stefan Ehrlich

Video zum Semantic Media Management Event

Stefan Ehrlich / 23. Oktober 2009 02:10

Für alle die, die nicht nur blättern und lesen wollen der Vortrag vom Semantic Media Management Day als Video.

Stefan Ehrlich

Semantic Media Management in der Praxis

Stefan Ehrlich / 11. September 2009 08:09

Hier nun noch der Vortrag von Ralf Backes, bei der Deutschen Telekom AG verantwortlich für das Geschäftskundenportal. Diese Präsentation war meiner Meinung nach der interessanteste Teil des Semantic Media Management Days.

Im Geschäftskundenportal der Deutschen Telekom AG wird die Technologie L4 der moresophy GmbH in Kombination mit dem CoreMedia CMS eingesetzt. Der Vortrag enthält auch eine grobe ROI-Betrachtung.

Stefan Ehrlich

Event-Nachlese Semantic Media Management

Stefan Ehrlich / 10. September 2009 10:09

… mal ein anderes Thema, aber auch innovativ:

Wir brauchen Semantic! Web 2.0 plus Semantic ist Web 3.0!
Semantischen Netzen versprechen viele eine glänzende Zukunft. Sie sollen Ordnung in das Inhalte-Chaos bringen. Konkrete Lösungen mit echtem Nutzen findet man heute allerdings noch selten.

Beim Semantic Media Management Day am 08.09.2009 in München luden die moresophy GmbH und die T-Systems Multimedia Solutions GmbH zum Erfahrungsaustausch dazu ein. Wo steckt heute der Nutzen in solchen Lösungen? Welche Lösungen gibt es heute schon, welche morgen? Wohin geht die Reise?

Am Beispiel des Geschäftskundenportals der Deutschen Telekom konnten wir mit Ralf Backes diskutieren, wie man pragmatisch an den Einsatz von Topic Maps in Kundenportalen herangeht.
Immer mehr Inhalte mit immer mehr Änderungsdynamik müssen für Kunden auf den WebSites bereitgestellt werden. Und die Kunden wollen immer spezifischere Informationen, wollen sich Inhalte “merken”, wollen umfassend informiert werden. Und dann kommt noch User Generated Content dazu! Wertvolle Inhalte aus dem Unternehmen wie auch von Kunden suchen ihren Platz auf der Corporate WebSite.
Mit bisherigen Mitteln werden WebSites durch zusammenstellen und verlinken von Inhalten “gebaut”. Diese Sites werden mit zunehmender Content-Menge immer komplexer und schwerer redaktionierbar und wartbar. Reduziert man durch den Einsatz von semantischer Technologie die direkten Verlinkungen zwischen Inhalten auf thematische Zusammenhänge, so kann man dem Portal das Zusammenbauen der Landing-Pages, SubSites und Kampagnen-Seiten überlassen. Jeder Kunde bekommt interessensspezifisch “seine” Site mit seinen Informationen. Personalisierung wird leichter. Drittinhalte können das eigene Angebot aufwerten ohne das dadurch zusätzliche Redaktionsarbeit entsteht. Die bisherigen redaktionellen Aufwände werden spürbar reduziert. Es bleibt mehr Zeit für hochwertigen Content.

Das Thema Semantic hat definitiv Zukunft. Aber auch heute schon können Semantische Technologien eingesetzt werden, um Zeit zu sparen und die Corporate WebSite oder den Shop für unsere Kunden aufzuwerten.